„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“

Chinesisches Sprichwort

Wie Cloud Computing Ihrem Unternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten ermöglichen kann.

Cloud Computing oder vereinfacht: „die Cloud“ ist heute allgegenwärtig und aus dem persönlichen und geschäftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir verwenden die Dienste aus der Cloud auf dem Smartphone, am Computer, im Haushalt zur Steuerung der Heizung oder im Auto für die Navigation so selbstverständlich wie den Strom aus der Steckdose. Aber was ist denn nun diese „Cloud“ eigentlich und wie kann ich sie nutzen, um selber Angebote für meine Kunden anzubieten?

Was sind die Ziele von Cloud Computing?

Zu den wichtigsten Zielen von Cloud Computing gehört sicherlich die Möglichkeit, von überall her auf Programme und Daten zugreifen zu können und zwar unabhängig davon, mit was für einem Gerät man dies tut. Cloud Computing soll zudem die schnelle Anpassbarkeit an sich verändernde Bedingungen ermöglichen, indem zum Beispiel zusätzliche Hardware-Ressourcen für eine bessere Benutzerfreundlichkeit oder Fehlerkorrekturen bereitgestellt werden können. Cloud Computing ist an keine betrieblichen oder nationalen Grenzen gebunden und ermöglicht so die digitale Transformation der Unternehmen und damit letztlich auch der Gesellschaft, die die Dienste aus der Cloud nutzt. Durch die grosse Verbreitung können auch Kosteneinsparungen für alle Beteiligten – Anbieter und Konsumenten – erfolgen.

Was treibt die Verbreitung von Cloud Computing an?

Die Möglichkeiten der vorhandenen Technologien sowie deren preiswerte Verfügbarkeit tragen ihren Teil zur Verbreitung von Cloud Computing bei und bilden damit die Basis für die darauf aufbauenden Angebote. Kunden nutzen aus dem grossen Angebot an vorhandenen Produkten und Dienstleistungen, welches über die Cloud angeboten wird jene Produkte, welche ihre Bedürfnisse schnell, einfach und benutzerfreundlich zur Verfügung stellen. Dementsprechend steigen auch die Anforderungen an die Anbieter, sich dem Markt und der Konkurrenz anzupassen. Aber nicht nur Kunden haben Erwartungen und Anforderungen bezüglich der Nutzung von Cloud Computing. Als Unternehmen kooperiert man vermehrt mit Lieferanten oder Partner um im Rahmen der Digitalisierung Geschäftsprozesse über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg zu optimieren.

Was ist nun Cloud Computing?

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) veröffentliche 2011 folgende Definition für Cloud Computing, die allgemein anerkannt ist und unterschiedliche Definitionsansätze bündelt.

On-Demand Self-Service: Es sollte möglich sein, dass Nutzer selbständig die benötigten Ressourcen anfordern können, ohne jedes Mal mit einem Mitarbeiter des Anbieters Kontakt aufnehmen zu müssen.

BroadNetwork Access: Der Zugang zu Cloud Computing funktioniert über das Internet. Dabei dürfen keine ungewöhnlichen Techniken oder Protokolle eingesetzt werden. Der Einsatz von standardisierten Methoden sorgt dafür, dass alle Nutzer ohne Probleme Zugriff auf den Service haben.

ResourcePooling: Der Zusammenschluss von mehreren Recheninstanzen ist quasi die Grundvoraussetzung für Cloud Computing. Meist in Form von Serverfarmen dienen solche Pools dazu, mehrere Nutzer gleichzeitig mit Rechenleistung oder Speicherkapazität zu versorgen. Dabei ist dem Kunden selten klar, welches Gerät er tatsächlich nutzt: Die Kapazitäten werden dynamisch vergeben.

RapidElasticity: Die Auslieferung von Kapazitäten muss schnell und bedarfsgerecht erfolgen. Bestenfalls sind Automatismen aktiv, die Ressourcen ohne Zutun von Kunden oder Mitarbeitern auf- oder abschalten.

MeasuredService: Die Nutzung des Cloud-Angebots wird jederzeit überwacht. Dadurch entsteht sowohl für den Anbieter als auch den Nutzer mehr Transparenz.

Etwas allgemeiner gefasst kann Cloud Computing in Anlehnung an die Definition des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) umschrieben werden als „ein Modell, das es erlaubt bei Bedarf, jederzeit und überall bequem über ein Netzwerk auf einen geteilten Pool von konfigurierbaren Computerressourcen (z.B. Netzwerke, Server, Speichersysteme, Anwendungen, Dienste) zuzugreifen, die schnell und mit minimalem Verwaltungsaufwand oder geringer Anbieter-Interaktion zur Verfügung gestellt werden können.“

Für die Bereitstellung von Cloud Computing unterscheidet man zwischen den angebotenen Dienstleistungen – dem WAS – und der Art und Weise wie dies gemacht wird – dem WIE. Entsprechend gibt es verschiedene Servicemodelle (WAS) und Bereitstellungsmodellen (WIE) welche zur Verfügung stehen.

Servicemodelle

Zu den wichtigsten drei Servicemodellen gehörten SaaS (Software-as-a-Service), PaaS (Platform-as-a-Service) und IaaS (Infrastructure-as-a-Service).

Bei SaaS arbeiten Sie mit Softwareanwendungen, die Ihnen ein Cloud Anbieter bereitstellt – abhängig von Ihrem Bedarf. Als Benutzer verbinden Sie sich über einen Webbrowser auf Ihrem PC, Tablet oder Smartphone mit der Anwendung. Beispiele für dieses Servicemodell sind WhatsApp, Email, Office Anwendungen, Telefonie, etc.

Bei PaaS nutzen Sie eine virtuelle Plattform im Netz, um etwa eine mobile App zu entwickeln. Dabei verwalten Sie selbst Ihre Anwendungen. Die Plattform betreut hingegen der Anbieter. Dieses Servicemodell ist insbesondere dann interessant, wenn Sie selber Lösungen in der Cloud anbieten wollen und die dazu notwendigen Entwicklungsarbeiten selber machen wollen. Zu den bekanntesten Anbietern solcher Plattformen gehören Microsoft (Azure) und Amazon (AWS).

Bei IaaS nutzen Sie Ressourcen eines Cloud Anbieters – etwa Server, Speicherplatz, Netzwerke oder Betriebssysteme. Dafür zahlen Sie Gebühren, die sich danach richten, wie intensiv Sie diese Dienste in Anspruch nehmen. Infrastructure-as-a-Service kann dabei für sich allein genommen als Service oder als integriertes Element von PaaS respektive SaaS betrachtet werden.

Bereitstellungsmodelle

Die verschiedenen Services können den Benutzern auf unterschiedliche Weise zur Verfügung gestellt werden. Das bekannteste Modell ist die Public Cloud. Von einer Public Cloud wird gesprochen, wenn die Services von der Allgemeinheit oder einer grossen Gruppe genutzt werden können und die Services von einem Anbieter zur Verfügung gestellt werden.
Das Gegenmodell zur Public Cloud stellt die Private Cloud dar, bei welcher die Cloud-Infrstruktur nur für eine Organisation respektive deren Nutzer bereitgestellt wird.
Wenn Services sowohl aus der Private Cloud und der Public Cloud bezogen werden, spricht man auch von einer Hybrid Cloud. Dabei werden mehrere Cloud-Infrastrukturen, die für sich selbst eigenständig sind, über standardisierte Schnittstellen gemeinsam genutzt.

Welches Bereitstellungsmodell für ein Unternehmen ideal ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die Nutzung von Dienstleistungen (SaaS, PaaS, IaaS) aus einer Public Cloud betreffend Flexibilität, Skalierbarkeit und Kosteneffektivität für Unternehmen interessant ist. Legt ein Unternehmen den Fokus auf Themen wie Datenschutz, Datensicherheit und der Kontrolle über die eigenen Daten, ist der Einsatz einer Private Cloud sicher prüfenswert. Um die Vorteile der beiden Modelle zu nutzen, stellt die Hybrid Cloud eine weitere Option dar.

Vorteile von Cloud Computing

Cloud Computing, egal in welcher Kombination von Service- und Bereitstellungsmodell bietet Unternehmen viele Vorteile. Gerade kleineren und mittleren Untenehmen bieten sich Möglichkeiten, welche sich sonst nur grössere Firmen leisten können.

Als Beispiele können Microsoft Office356 oder SalesForce CRM genannt werden, welche als Abonnement aus der Cloud bezogen werden können und so die Kosten planbar machen.

Der Kunde kann von unterschiedlichen Geräten von überall her auf die aktuelleste Version der Software zugreifen ohne sich darum kümmern zu müssen, wie diese bereitgestellt wird.

Zudem ist gerade bei kleineren Unternehmen die Datensicherheit und der Datenschutz oft besser gewährleistet als wenn diese Firmen die notwendige IT-Infrastruktur selber betreiben müssten.

Dadurch, dass keine eigene IT-Infrastruktur für diese Services betrieben werden muss, können Kosten eingespart werden.

Nachteile von Cloud Computing

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. So gibt es auch beim Cloud Computing Nachteile, die in die Überlegungen zur Cloud Nutzung einbezogen werden sollten.

Der Wahl des Anbieters der gewünschten Cloud Dienstleistungen ist besonderes Augenmerk zu schenken, da man sich in ein Abhängigkeitsverhältnis mit diesem begibt. Hier helfen gut ausgearbeitete Verträge bei der Klärung der wichtigen Punkte.

Die Aspekte Datenschutz und Datensicherheit können für Untenehmen z.B. aus regulatorischen Gründen Hindernisse bei der Nutzung von Cloud Dienstleistungen darstellen.

Entscheidet sich ein Unternehmen für die Integration von Cloud Dienstleistungen in die bestehende IT-Infrastruktur (Hybrid Cloud), dürfen die Einrichtung und der Betrieb aufgrund der Komplexität nicht unterschätzt werden.

Gerade bei der Nutzung von SaaS-Lösungen sind Anpassungen an die eigenen Geschäftsprozesse oft nicht oder nur beschränkt realisierbar. Eine Anpassung der Geschäftsprozesse an die Software – sofern überhaupt möglich – ist dann meist die günstigere Lösung.

Damit Cloud Computing überhaupt zuverlässig funktionieren kann ist es notwendig, eine gute und stabile Internetverbindung zur Verfügung zu haben. Dies ist in der Praxis ausserhalb von Ballungszentren nicht immer in einer Qualität gewährleistet, die ein benutzerfreundliches Arbeiten von unterwegs ermöglicht.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Neben den bisher erwähnten Vor- und Nachteilen von Cloud Computing,  gibt es aus unserer Sicht weitere Fragen, die bei einer Entscheidung für oder gegen Cloud Computing geklärt werden sollten. Exemplarisch stehen dafür folgende Fragen:

Warum will das Unternehmen Cloud Computing nutzen? Ist das Hauptmotiv die durch ein „Outsourcing“ erwartete Kosteneinsparung oder die Erweiterung des bisherigen Geschäftsmodells mit der Bereitstellung von eigenen Dienstleistungen in der Cloud?

Welche Auswirkungen hat die Nutzung von Cloud Computing für die interne Organisation des Unternehmens und/oder die bestehende IT-Architektur?

Gib es eine ganzheitliche IT- und Cloud-Strategie für das Unternehmen?

Cloud Computing als Chance

Unternehmen stehen mit der Nutzung von Cloud Computing so viele Möglichkeiten offen wie noch nie. Sie können einerseits bestehende Lösungen für sich nutzen und dabei von den Vorteilen von Cloud Computing profitieren. Sie können darüber hinaus selber Lösungen für ihre Kunden oder Geschäftpartner bereitstellen um so z.B. eine bessere Kundennähe zu erreichen oder Geschäftsprozesse über die eigene Unternehmensgrenze hinweg zu gestalten und zu optimieren. So können neue Geschäftsmodelle entstehen um damit die eigene Marktposition zu verbessern.

Fazit

Cloud Computing ist Realität und jedes Unternehmen sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen. Als Entscheidungshilfe habe ich die hier vorgestellten Informationen mit ergänzenden Beispielen in einer Präsentation HybridCloud 2019 zusammengefasst. Diese können Sie auf dieser Seite kostenlos herunterladen.

Sie möchten sich gerne mit mir über dieses Thema unterhalten?

Rufen Sie mich einfach an +41 41 922 16 48 oder senden Sie mir eine Nachricht an christian.ganglmair@xwr.ch. Ich freue mich mit Ihnen in Kontakt zu treten!

Bildquelle: “cloudy sky” von Alex Machado. Lizenz: royalty-free


Christian Ganglmair
Direkt +41 41 922 16 48
christian.ganglmair@xwr.ch

"Wer die Möglichkeiten von Cloud Computing besser versteht, und diese für sein Unternehmen sinnvoll nutzt verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil."